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Worauf kommt es bei der Begleitung einer Open Space-Konferenz an?

Selbstorganisation braucht einen klaren Rahmen

Eine Open Space-Konferenz lebt von der Selbstorganisation der Teilnehmenden. Gerade deshalb kommt der Begleitung – der Facilitation – eine besondere Bedeutung zu. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Inhalte vorzugeben, sondern einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen Verantwortung übernehmen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln.

Eine klare Einführung schafft Vertrauen

Eine gute Begleitung beginnt mit einer klaren Einführung. Die Teilnehmenden müssen verstehen, warum es keine vorgegebene Agenda gibt, weshalb sie ihre Themen selbst einbringen und warum Selbstorganisation kein Risiko, sondern eine große Chance ist. Erst wenn Vertrauen in den Prozess entsteht, entfaltet Open Space seine volle Wirkung.

Die Haltung der Facilitatorinnen und Facilitatoren

Ebenso wichtig ist die Haltung der Facilitatorinnen und Facilitatoren. Sie begegnen der Gruppe mit Vertrauen, Offenheit und Neugier. Sie bleiben inhaltlich neutral, beobachten aufmerksam das Geschehen und greifen nur dort ein, wo der Prozess Unterstützung benötigt. Die Verantwortung für Inhalte und Ergebnisse bleibt jederzeit bei den Teilnehmenden.

Prinzipien und Gesetze des Open Space schützen

Ein weiterer Erfolgsfaktor besteht darin, die Prinzipien und Gesetze des Open Space konsequent zu schützen. Dazu gehört insbesondere das Gesetz der zwei Füße. Teilnehmende werden ausdrücklich ermutigt, eine Gruppe zu wechseln, wenn sie dort weder lernen noch sinnvoll weiter beitragen können. Dadurch entstehen neue Verbindungen, frische Perspektiven und bereichsübergreifender Wissenstransfer.

Raum für „Bienen“ und „Schmetterlinge“

Auch die sogenannten „Bienen“ und „Schmetterlinge“ verdienen besondere Aufmerksamkeit. Rollen, die Teilnehmende einnehmen können. Während Bienen Ideen zwischen den Arbeitsgruppen transportieren, entstehen durch Schmetterlinge und ihre informellen Gespräche oft überraschende Impulse und Innovationen. Eine gute Begleitung schafft bewusst Raum für beide Formen des Austauschs.

Spannungen und unterschiedliche Sichtweisen produktiv nutzen

Besonders wertvoll ist es, wenn Spannungen und unterschiedliche Sichtweisen nicht vorschnell aufgelöst werden. Unterschiedliche Perspektiven sind häufig Ausdruck wichtiger organisationaler Fragestellungen. Die Aufgabe der Facilitation besteht darin, einen respektvollen Dialog zu ermöglichen und die Gruppe darin zu unterstützen, diese Unterschiede produktiv zu nutzen.

Aus Gesprächen konkrete Ergebnisse entwickeln

Schließlich achtet die Begleitung darauf, dass aus guten Gesprächen konkrete Ergebnisse entstehen. Erkenntnisse werden dokumentiert, Verantwortlichkeiten benannt und nächste Schritte vereinbart. So wird aus einem inspirierenden Dialog ein nachhaltiger Entwicklungsprozess.

Wirksame Facilitation schafft Orientierung, Sicherheit und Vertrauen

Unsere Erfahrung aus zahlreichen Großgruppenveranstaltungen zeigt: Die wirksamste Facilitation ist oft diejenige, die kaum wahrgenommen wird. Sie schafft Orientierung, Sicherheit und Vertrauen – und ermöglicht es den Menschen im Raum, ihre gemeinsame Intelligenz für die Zukunft ihrer Organisation zu nutzen.

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